Neuer Service auf der PROPUP-Plattform.

Rechtliche Beratung zu sämtlichen Themen im Immobilienbereich und reibungslose Vertragserrichtung. Auch in Englisch und Arabisch.


Interview mit Dr. Johannes Samaan und Mag. Marcus Marakovics. Kann Technologie Jurist:innen ersetzen? Und wie hängen Sneakers mit Innovation zusammen?


Kristof: In meiner Vorstellung sitzen Juristen den ganzen Tag in einem Kaminzimmer, rauchen Pfeife, richten sich die Brille und schlagen bedacht in Büchern Absätze aus dem 17. Jhdt. nach, die länger sind als alle Harry Potter Teile zusammen. Danach gehen sie in der Innenstadt mit anderen Juristen etwas essen. Wo kommt ihr in eurem Arbeitsalltag Digitalisierung vor?


v.l.n.r Kristof Konstantin, Mag. Marcus Marakovics, Dr. Johannes Samaan


Marcus: Nun, man kommt schnell weg von Büchern. Es gibt Rechtsdatenbanken, elektronische Akten auch bei Gericht und über Zoom werden Verträge gemeinsam gedraftet. Es wird also wie in vielen anderen Berufen gemeinsam digital gearbeitet.

Johannes: Und außerdem rauchen wir alle Zigarren und nicht Pfeife (lacht). Nein, Spaß bei Seite – auch digitale Kanäle sind natürlich Thema. Ich bin z.B.: sehr auf Youtube aktiv. Aber generell steckt die Digitalisierung in unserem Beruf natürlich erst in den Kinderschuhen, verglichen mit anderen Bereichen unserer Gesellschaft bzw. anderen Branchen.


Kristof: Seid ihr privat digitaler als in eurem Beruf?


Marcus: Eher umgekehrt! Privat immer mehr offline, während man im Beruf natürlich z.B.: Digital Marketing hochfährt.


Kristof: Alle sprechen von Change & Innovation. Was bedeutet für euch Change in der Juristerei? Gibt es diesen überhaupt? Habt ihr in eurer Laufbahn schon einen Change gespürt oder habt ihr das Gefühl, dass ihr Prozesse genauso abwickelt wie die Römer damals?


Marcus: Ja schon. Allein in der Zeit vom Studium bis jetzt hat sich schon sehr viel getan. Am Juridicum war noch sehr viel Anwesenheitspflicht und so gut wie alles in Büchern. Heute in der Selbstständigkeit als Rechtsanwalt ist das ganz anders. Ein großer Punkt ist natürlich, dass man durch digitale Tools z.B.: einfach Home-Office machen kann. Das war früher natürlich nicht möglich.


Johannes: Ich persönlich trenne sehr gerne zwischen Office und Zuhause, aber natürlich steht es jedem Mitarbeiter frei Home-Office in Anspruch zu nehmen. Aber es stimmt – heute gibt es natürlich ganz andere Möglichkeiten. Das verändert auch das Bild des Anwalts. Vor allem in der Zukunft in der Außenwahrnehmung. Stichwort LegalTech!


Kristof: Stichwort Außenwahrnehmung! Wie viele Kollegen und Kolleginnen tragen Sneakers?


Marcus: (lacht) Sneakers sind tatsächlich auch bei Juristen angekommen. Ich bin auch mit vielen Klienten per du. Das ist natürlich, aber sehr situationsabhängig.


Kristof: Juristen sind ja ein Berufsstand mit einem gewissen Etikett. Muss man diese Etikette durchbrechen, um Platz für neues Denken zu schaffen? Und fängt man da einfach mit Sneakers an?


Johannes: Ich glaube, die Klienten, die die Zielgruppe für digitale Lösungen von LeaglTech sind, erwarten sich auch eher einen Anwalt in Sneakers. Am Ende des Tages geht es aber natürlich nur darum das Gegenüber zu verstehen!


Marcus: Durch Sneakers zur Innovation - Das klingt natürlich sehr reißerisch, aber man muss das eingestaubte Gesellschaftsbild eines Anwalts bestimmt ein wenig aufbrechen.


Kristof: Ist das Thema LegalTech bei euch und euren Kolleginnen und Kolleginnen präsent? Seht ihr das als ein Generationenthema?


Johannes: Ja absolut. Digitalisierung ist überall. Und ja, es ist auch ein Generationenthema. Man muss da sehr flexibel bleiben. Bei Klienten aber natürlich auch bei Kolleginnen, die eher weniger digitalaffin sind. Ich glaube, wir gehören zu der Generation, die schon sehr digital arbeitet, aber man wird nicht die Arbeitsgewohnheiten anderer Kollegen verändern können. Das muss man auch nicht. Digitalisierung ist ein Prozess. Es geht eher darum, ihnen manche Tools „schmackhaft zu machen.“


Marcus: Ich kann mich dem nur anschließen. Ich glaube auch es gibt zwei Gruppen von Klienten beim Thema Digitalisierung. Die, die eher eine Abwehrhaltung gegenüber digitalen Abläufen einnehmen. Da geht es dann oft mal um Datensicherheit oder gewohnte Prozesse. Und die, die darin eine Erleichterung sieht.




Johannes: Wichtig ist vor allem, dass man da offen für alle Anliegen bleibt und begleitet.


Kristof: Welche Vorteile für euch aber auch für eure Klienten und Klientinnen seht ihr unmittelbar und langfristig durch digitale Tools in eurem Job und wie wird euer Part möglicherweise in der Zukunft bei Immobilientransaktionen aussehen? Einiges habt ihr schon erwähnt.


Johannes: Viele Prozesse kann man so optimieren. Nehmen wir doch mal euch (PROPUP) her. Eine Plattform, die alle Parteien zusammenführt. Allein dieser Punkt, führt zu einer Zeitersparnis.


Marcus: Exakt. Allein die Datenbeschaffung! Durch so eine Plattform, kann ich mir einfach die Dokumente und Informationen herauspicken, die tatsächlich relevant sind für mich. Ich muss nicht die Mandanten oder die Makler bitten, mir Unterlagen zu schicken, sondern ich sehe sie selbst ein. Und das ist für mich Effizienz. Digitale Tools und Plattformen wie PROPUP beschleunigen somit den gesamten Prozess. Eine Immobilientransaktion muss schnell gehen. Die Entscheidung muss schnell getroffen werden und das Geld muss schnell fließen. Alles muss immer schneller gehen heutzutage. Und je schneller ich alle Beteiligten an Board habe, umso schneller bin ich in der Abwicklung.


Kristof: Schauen wir in die Glaskugel! Wie arbeiten Jurist:innen 2050? Im Zeitalter von KI ist es völlig ok zu fragen: Kann Technologie Jurist:innen ersetzen?


Marcus: Menschen sind soziale Wesen. Menschen brauchen die Beratung. KI wird z.B: standardisierte Kaufverträge immer besser abwickeln, aber KI wird den Menschen nicht ersetzen. Die Rolle des Beraters wird sich intensivieren und durch digitale Tools werden wir mehr Zeit für diese persönliche Beratung haben.


Johannes: Durch die erwähnte Automatisierung hat man mehr Zeit. Durch diesen Zeitgewinn kann man sich den echten Problemkreisen widmen. Technologie wird die persönliche Beratung intensivieren. Menschen wollen Guidance und Sicherheit. Gerade bei so komplexen und oftmals mühsamen Angelegenheiten wie einem Immobilienkauf. Vieles gibt uns aber schon einen Einblick in die Zukunft. Es gibt jetzt schon Gerichtsverhandlungen, bei denen man nicht mehr physisch anwesend sein muss. Stichwort Metaverse.


Marcus: Graubereiche wird KI auch nicht so leicht beantworten können. Wir werden aber dank KI sehr viele gute Daten haben. Ich denke da an Preisermittlungen und Markttransparenz – da gibt es ja heute auch schon sehr viel! In Deutschland gibt es ein LegalTech Gesetz. Da werden die Lösungen von LegalTechs genau untersucht und durchleuchtet. Man beschäftigt sich also mit diesem Potential. In Österreich auch, aber da gibt es noch kein Gesetz dafür.


Johannes: In Deutschland gibt es auch mehr Tools. Mir fallen da einige ein. Ob Dokumentenvorlagen automatisch erstellen oder Datarooms, wo die Software die Dokumente auf Red Flags scannt – also auf juristische Baustellen.


Kristof: Gemeinsam bieten wir ja ab sofort die Möglichkeit einer „Hybriden Journey“ bei Immobilientransaktionen. Durch unsere Software können PROPUP User direkt mit euch in Kontakt treten und Dienste in Anspruch nehmen. Wo könnt ihr da am besten im Prozess unterstützen und wo sind da eure Fachgebiete bzw. euer Fokus?


Marcus: Nun, es geht hier nicht nur um die Mehrsprachigkeit bei Vertragserrichtungen. Ich prüfe Kaufanbote schon vorab. Ich checke den alten Vertrag, das Grundbuch, die Unterlagen des Maklers, etc. Ich begleite juristisch durch die gesamte Kaufjourney. Und oft geht es eben um Rechtsberatung für Makler. Hier gibt es einen Sorgfaltsmaßstab, den der Makler einhalten muss. Wir unterstützen die Makler durch rechtlichen Rat.


Johannes: Wie Marcus schon gesagt hat – es geht nicht nur um die Vertragserstellung, sondern auch um das Netzwerk, das man bieten kann. Wenn jemand zu dir kommt, dass man da umfassend agiert und eine Art One-Stop-Shop ist weil die Menschen natürlich mit Fragen auf dich zukommen. Viele Käufer von Immobilien fragen bezüglich Finanzierung, Versicherungen, Immobilienmaklern, etc..


Marcus: Gutes Wort, Johannes. „One-Stop-Shop”. Das ist genau was PROPUP dann ist. Ein Wohnungskauf musst du in der heutigen hektischen Zeit neben Familie und Job irgendwie zeitlich auch noch schaffen. Da kommen digitale Lösungen, die alle bei dem Prozess unterstützen genau richtig.


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